Suchmaschinenoptimierung bzw. SEO

Ein Stiefsohn macht Karriere – Für Das „Konzept Archie“ ein Erfolg auf ganzer Linie!

Zum sechsten Mal freue ich mich über ihre Aufmerksamkeit, und hoffe ihnen bis hier hin ein wenig die Entwicklung der Suchmaschinen im seit 1990 offiziell frei gegebenen Internet näher gebracht haben zu können und sie nicht mit allzu vielen historischen Begebenheiten – Nach mehr als 20 Jahren darf man wohl von Historie sprechen, oder? – gelangweilt zu haben. In diesem Artikel geht es mir um meinen unehelichen Stiefsohn, der als erfolgreicher Vertreter seiner Branche Weltruhm ernten sollte und binnen weniger Jahre eine beispiellose Entwicklung zur inoffiziellen „Startseite des Internets“ erleben würde.

Der Aufstieg der Suchmaschine Google – Ein amerikanischer Traum, oder nicht?

Es sind viele Faktoren, die zum Aufstieg der Google Search führten, zu viele um sie in einem kleinen Artikel alle zu beleuchten und doch gibt es einige stark ausschlaggebende Gründe, die noch vor dem offiziellen Start der Beta-Phase der Suchmaschine, die begründen und ahnen lassen wie sich der Erfolg auf einem Markt, der bis zum kometenhaften Aufstieg der Google Search als bereits aufgeteilt galt, sich dennoch – zum Schrecken ihrer Konkurrenten – einstellen und das Unternehmen reife Früchte tragen ließ.

Vertrauen in die Zukunft – Wie einer der Sun-Gründer Google in den Ritterstand hob

Zunächst ernteten Larry Page und Sergej Brin durch den symbolträchtigen Ritterschlag von Andy Bechtolsheim, einem der Mitbegründer von Sun Microsystems, in Fachkreisen eine große Menge Lorbeeren im Voraus. Durch das privates Investment in die Google Inc., die es rein rechtlich noch gar nicht gab, verursachten die Google-Gründer ein lautstarkes Raunen im Blätterwald. Mit diesem Investment war Google ein Name und dem Beispiel Bechtolsheim folgten nicht wenige Investoren, die „Wind von der Sache“ bekommen hatten und sich eine Rendite aus den investierten Dollars nicht entgehen lassen wollten und ein Perpetuum mobile der Markenschöpfung hatte angefangen zu arbeiten.

Schuster, bleib bei deinen Leisten! Die Fehler der Konkurrenz

Wer einen Blick auf die Suchmaschinen-Anbieter der zweiten Generation, Unternehmen wie Yahoo, Lycos, AltaVista, AOL (Nach dem Einkauf von WebCrawlwr), Infoseek oder etwa Architext (Heute: Excite) längst auf dem Markt etabliert und stritten sich um Anteile an den angepeilten Zielgruppen. Einige Suchmaschinen entwickelten sich fort vom reinen Anbieter für Suchergebnisse, stellten sogar wie im Fall von Yahoo die Entwicklung eigener Suchalgorithmen ein und bauten stattdessen ihr Programm an Dienstleistungen aus, um in sich geschlossene Dienstleistungsnetzwerke zu schaffen, einer Art „All-in-One“-Webseitenkomplex. Dabei vernachlässigten sie ihren Kernbereich, der Erbringung von Suchergebnissen vermehrt und verloren sich in einer Entwicklung, die den Fokus auf die möglichst vollständige Abdeckung aller Dienstleistungsbereiche legte. Und damit ihre eigene Abschaffung einleiteten.

Eine Marke, eine Dienstleistung– Einfach Suchmaschine sein, erfolgreich

Doch Google verfolgte von Anfang an eine dem entgegen laufende Strategie, die auch im Firmenziel klar umschrieben war: „Das Erbringen von möglichst hochwertigen Suchergebnissen“. Und genau so präsentierte sich das Unternehmen im WWW: Mit einer schlanken Webseite, die auch mit langsamen Modem-Verbindungen ins Netz problemlos angesurft werden konnte und seine Dienstleistung einfach und unkompliziert bereit stellte, gewann Google gegenüber den ausufernden Konzepten der Konkurrenz.

Schlank, schnell und Präzise – Ein Erfolgsrezept Marke „Google“

Ein Design wurde hier Marke: Neben dem Markenlogo zeigte „Google.com“ zunächst nur den berühmte „Whitespace“, auf dem Vorrangig das bekannte Suchfeld befindet inklusive der beiden Buttons „Google Search“ und „I’m feeling lucky“. So war eine unkomplizierte Bedienung auch für jene mit dem Internet wenig vertrauten Nutzern gewährleistet. Gleichzeitig wurde unter der Haube der Suchmaschine der Suchalgorithmus von Google immer weiter optimiert.

Im nächsten Schritt der Entwicklung wurden die von den Web-Crawlern indexierten Webpages nicht mehr nur nach dem Google PageRank bewertet, welcher sich aus der Rate von eingehenden und ausgehenden Links auf ein Angebot generierten und so die Popularität bestimmte, sondern durch eine Keyword-bezogene Analyse des erfassten Web Content errechnete der Algorithmus eine Relevanz-Prognose für schwerpunktmäßig auftretende Suchbegriffe. Die technischen Richtlinien regulierten zusätzlich ein positives Ranking der Webseiten-Einträge in der mittlerweile obligatorisch gewordenen Suchmaschine und es entstanden durch Google de-facto Standards, die einer neuen Branche aktive Geburtshilfe leistete: Dem Suchmaschinenmarketing und der Suchmaschinen-bezogenen Optimierung, die die Qualität auf den SERPs (Search Engine Result Pages) durch bessere Erfassung noch weiter erhöhen sollten. Und damit den Erfolg Googles, das hierzu Hand in Hand mit den Webmastern arbeitete.

Eine krisenfeste und kosten tragende Finanzgestaltung als Fundament der Suchmaschine No.1

Solide Finanzierung durch Investmentpartner und laufende Einnahme aus der Vermietung des eigenen Suchindexes brachten Google nahezu schadenfrei durch das Platzen der „DotCom“-Blase Anfang der 2000er, einem wirtschaftlichen Zusammenbruch der Branche der den Markt auch im Bereich der Suchmaschinen von einigen Konkurrenten bereinigte. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte Google das Rennen um den Spitzenplatz bereits gewonnen und sollte sich zu dem weltweit operierenden Unternehmen entwickeln, das es heute ist.

Schlussendlich erfolgte der Aufstieg Googles durch die Weiterentwicklung eines Konzepts, das fast zehn Jahre zuvor von mir, Archie, als indexbasierte FTP-Suchmaschine, genutzt wurde. Seien sie froh, heutzutage würde es wohl zu ausufernden Patentklagen kommen! Aber in der Zeit des „Wild, Wild Internet“ war eben noch vieles anders!